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Die sieben Energiezentren,
die sieben cakraḥ,
stehen mit  Körperregionen
in Verbindung:



7.cakra ~ sahasrāra-cakra : Scheitel

6. cakra ~ ājňā-cakra :  Stirn zwischen den Augenbrauen

5. cakra ~ vișuddha-cakra : Kehlkopf

4. cakra ~ anāhata-cakra : Herzorgan

3. cakra ~ maṇipūra-cakra :  Magen, Nieren

2. cakra  ~ svādhiṣṭhana-cakra :  Kreuzbein

1. cakra ~ mūlādhāra-cakra :  Steißbein
Die sieben Energiezentren - die sieben cakraḥ

von Ursula Klane


Ist der Mensch im Alter von Mitte 20 ausgewachsen, häuft er danach nur noch Wissen an und altert schließlich? Muss man beim Älterwerden immer mit geistigen Einbußen rechnen? Reicht ein bloßes „methodisches“ Training, um dem zu entgehen? Was trägt zur Gesundheit des Menschen bei?  Die Bedeutung der cakraḥ in der Yoga-Wissenschaft beleuchtet diese interessanten Fragen neu.

Das übergeordnete Ziel des Yoga ist es, den Menschen in seiner inneren Freiheit zu erkennen und schließlich anzuerkennen. Dies wirft weit reichende Lebensfragen und insbesondere Entwicklungsschritte für den Erwachsenen auf: Für jeden Erwachsenen wird es im Laufe seines Lebens wesentlich, dass er dem Geistigen, dem Ursächlichen, zunehmend Beachtung schenkt und daraus schließlich inhaltsvolle Schritte formt.


Ein wesentlicher Bereich auf diesem Weg der Entwicklung stellen sieben unterschiedliche Aspekte des Bewusstseins dar. Diese Aspekte werden mit sieben Energiezentren oder sieben cakraḥ benannt. Diese sieben cakraḥ können als seelisches Vermögen bzw. als Bewusstseinsvermögen im Menschen betrachtet werden.
Ohne eigenständige Übung kommen diese jedoch nur relativ eingeschränkt zur Entfaltung. Insbesondere das 5.cakra (vișuddha-cakra), das 6.cakra (ājňā-cakra) und das 7.cakra (sahasrāra-cakra; siehe Tabelle links) sind dem Menschen ohne Übung meist wenig bzw. gar nicht verfügbar, deshalb auch schwierig erkennbar. Man kann sich das so vorstellen, dass jedem Menschen außer den fünf Sinnen, die uns wohlbekannt sind, weitere Sinne veranlagt sind.

Das Wort „Energiezentrum“ ist für den heutigen Menschen ausgesprochen irreführend. Man könnte z.B. denken, ein Energiezentrum stelle einen Pool von Energie dar, aus dem der einzelne für sich schöpfen könne; und weiterhin je mehr man ein Energiezentrum entwickele, um so mehr Energie stünde für einen selber als Vitalität, als Genuss oder im Sinn einer heute sehr modernen „Selbstoptimierung“ zur Verfügung. Dieses Denken stellt einen beachtenswerten wie auch verbreiteten Irrtum dar. Dazu an späterer Stelle mehr.
Für ein Verständnis der Energiezentren kommt es den Tatsachen näher, wenn man sich die sieben cakraḥ vorstellt als Träger von spezifischen Seelen- bzw. Bewusstseinskapazitäten.

Ein anderer häufiger Irrtum ist es, eine Entwicklung der seelischen Kapazitäten als schieren Luxus abzutun in dem Sinn, dass der Erwachsene sich unmöglich über das alltägliche Leben hinaus zusätzlich noch weit reichenden, d.h. tief gehenden Lebensfragen zuwenden könne; Lebensfragen wie Woher komme ich? Wohin gehe ich (nach dem Abscheiden des Körpers)? Was ist der Sinn des irdischen Lebens? . Man könnte z.B. denken, es würde weder die Zeit noch die Kraft hergeben, solchen Fragen nachzugehen; oder das müsse man den „dafür zuständigen“ Institutionen, z.B. Kirchen, überlassen.
Einer wahrheitsgemäßen Vorstellung entspricht es jedoch viel mehr, dass so wie jeder Körper regelmäßige ausgewogene Nahrung benötigt, jedes Bewusstsein auf regelmäßige eigenaktive Erbauung angewiesen ist.  

Die cakraḥ liegen nicht als Körpermaterie, sondern feinstofflich vor. Erst in den Körperdrüsen mit ihrer Hormontätigkeit kann man ihre Wirkung im Körper materiell erkennen und nachverfolgen. Jeder ganzheitliche Yoga ist auch „Hormonyoga“. So gesehen sind auch Bewusstseinsaktivität und Körpergeschehen nicht trennbar.

Dem Menschen erwachsen durch Entwicklung dieser cakraḥ spezifische Seelenaspekte.
Das geschieht in den ersten Lebensjahren eher „von selbst“: Bis rund 21 Jahre veranlagen sich in jedem Menschen drei dieser sieben cakraḥ, und zwar in Zeitrhythmen von jeweils sieben Jahren. D.h., das erste cakra (mūlādhāra-cakra) legt sich bei jedem Menschen etwa von der Geburt bis zum siebten Lebensjahr an; das zweite cakra (svādhiṣṭhana-cakra) legt sich etwa von sieben bis 14 Jahren an, das dritte cakra (maṇipūra-cakra) von ca. 14 bis 21 Jahren (siehe Tabelle links oben).
Diese drei verschiedenen seelischen Kapazitäten sind mehr oder weniger vollständig im ca. 21-Jährigen veranlagt. Zu einem Teil entsteht diese Veranlagung durch das Elternhaus, das soziale Umfeld wie Lehrer, Freunde, Nachbarn, und das weitere gesellschaftliche Umfeld.



Die ersten drei cakraḥ des Heranwachsenden

Um diese Veranlagung von der Geburt bis zum ersten Erwachsenwerden mit rund 21 Jahren zu veranschaulichen, sollen im folgenden ein vierjähriges Kind, ein Neunjähriger und ein vierzehnjähriger Jugendlicher skizziert werden.
Es erscheint dem Erwachsenen ja ganz selbstverständlich, dass sich Heranwachsende in diesen genannten drei Altersstufen deutlich voneinander unterscheiden, d.h. sich in jeweils vollkommen anderen, ganz spezifischen Entwicklungsphasen befinden.

Der Vierjährige ist mit körperlichem Wachstum sozusagen beschäftigt. Eigenständig aktiv ist der Vierjährige vor allem im Nachahmen von Älteren bzw. Erwachsenen. Deckt z.B. ein älteres Geschwister den Tisch, möchte der Kleine es ihm gleich tun und ist regelrecht zufrieden, auf einfachste bzw. altersgemäße Weise beteiligt zu werden.

Der Neunjährige ist bereits wesentlich differenzierter aktiv, u.a. in der Beziehung zu seiner Umgebung. Kann man den Vierjährigen mit einem bloßen Verbot, nicht auf den heißen Herd zu fassen, bremsen, reicht das für den Neunjährigen bei weitem nicht mehr aus. Er will und kann detailllierter, insbesondere empfindsamer an seiner Umgebung teilnehmen. Erklärungen werden wichtiger, insbesondere das Fühlen für das Kind, dass der Erwachsene ein Vorbild für ihn darstellt. Genauer gesagt wünscht sich das Kind in diesen Lebensjahren insgeheim regelrecht den Erwachsenen als Vorbild: Den Vater oder die Mutter, denen es eine kleine Verantwortung abnehmen darf, denen es eine Bastelei schenken will; den Lehrer, dem es die Tür aufhalten will, usw.. Das Kind will allgemein gesprochen dem Erwachsenen, den es verehrt, „zuarbeiten“, eine Freude bereiten.
Wenn solche Verhaltensweisen heutzutage tendentiell vielleicht abnehmen, sollte nicht gefolgert werden, dass die hier getätigten Aussagen nicht richtig wären. Dazu an späterer Stelle mehr.
Ein anderer wesentlicher Zug der Veranlagung ist das Scherzen. Der Neunjährige wird häufig für Späße gegenüber sich selber offen sein und selbstverständlich anderen Streiche spielen wollen. Betont sei hierbei, dass ein Streich in einem wirklich humorvollen Rahmen bleibt und nicht auf Kosten Dritter geht. Es sollte keinerlei Schaden entstehen für Personen, Naturerscheinungen oder Sachgegenstände. Auf diese Weise integriert sich im Kind das, was dem Humor eigen ist, harmonisch.

Noch einmal anders erleben wir als Erwachsene den Vierzehnjährigen. In diesem Zeitraum von ca. 14 bis 21 Jahren veranlagt sich ein cakraḥ im Menschen, welches sich nach Außen deutlich expansiver gebärdet im Vergleich zum Lebensalter von sieben bis vierzehn Jahren. Der Jugendliche kommt damit gleichzeitig in die Pubertät. Als Hauptphase der Pubertät kann man sicherlich das Alter von 12, 13 Jahren bis 16, 17 Jahre ansehen.
Der Vierzehnjährige drängt zunehmend aus der Familie heraus, er nabelt sich vermehrt von der Familie ab, wie wir es auch so bildreich nennen. Dies kann durch Hobbies oder durch verstärkten Kontakt mit Freunden geschehen. Begabungen und Talente kommen in diesen Lebensjahren vermehrt ans Licht bzw. suchen sich einen Weg der Äußerung, z.B. in Hinblick auf Bewegungskunst in Sportarten oder in „klassisch“ künstlerischer Hinsicht wie zeichnend, musizierend, schriftstellernd, oder als weiteres Beispiel kommunikativ begabt, in einem außerordentlich verbindenden Sinn.
Der Jugendliche will sich auch gerne messen, z.B. im Kurzstreckenlauf, beim Skateboarden oder im Wortgefecht. Er beginnt in diesen Lebensjahren insbesondere sehr differenziert und auch kritisch zu denken. Die Lust auf endlose Debatten scheint keine Grenzen zu kennen, was den Erwachsenen bis an seine Geduldsgrenzen bzw. darüber hinaus fordern kann.  

Dem Leser ist womöglich nicht entgangen, dass sich der innere Mensch, das ist die individuelle Seele oder der jīva, während der ersten rund 21 Jahre in die irdischen Gegebenheiten regelrecht hineinzuarbeiten beginnt: In den ersten Lebensjahren äußert sich das eher elementar, nämlich in ausgeprägtem Körperwachstum und einem unbandigen Antrieb, z.B. laufen, sprechen zu lernen. Mit zunehmenden Jahren differenziert sich der Heranwachsende in seiner Individualität weiter aus. Man denke nur einmal daran, wie unterschiedlich man Geschwister in Jugendjahren erleben kann, vom Äußeren her und insbesondere was ihre Interessen und Veranlagungen anbelangt.





Fortsetzung folgt ...




  
  
Bernd Klane und Ursula Klane
Friedrichshafen / Bodensee
                                 
E-Mail: info@yoga-in-friedrichshafen.de
Tel. 0 75 41 / 37 27 08

Sieben cakra des Yoga